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Heute Morgen stellte im Jugendgottesdienst in Stuttgart-Neugereut einer der mit dienenden Priester eine Frage die mich seit dem nicht mehr los gelassen hat:
"(Wo) suchst Du Rat?"
Er bracht ein Beispiel: Der Optiker meinte zu ihm er sei kurzsichtig und brauche unbedingt eine Brille, als er dann aber zur Augenärztin ging sagt sie ihm, dass seine Augenschmerzen durch trockene Augen entstehen und er nur eine Augensalbe braucht.
Das Beispiel betont etwas, das wir alle eigentlich wissen: Wir müssen immer genau schauen zu wem wir gehen wenn wir Rat suchen. Auch welche Eigeninteressen der- oder diejenige hat zu dem wir gehen ist wichtig. Der Optiker wollt garantiert die Brille verkaufen, der Augenärztin war das nicht wichtig. Wie gesagt, eigentlich wissen wir das alles. Aber warum tun wir es dann nicht?
So oft fragen wir Menschen um Rat die nicht die nötige Erfahrung oder ganz andere Voraussetzungen als wir haben und uns deshalb, auch wenn sie es wollen, nicht helfen können. Manchmal geraten wir auch an Menschen die uns für ihre Zwecke einspannen und benutzen wollen, das muss für uns natürlich nicht immer gut sein.
Und mal ganz ehrlich: Wie oft fragen wir unserem himmlischen Vater, unseren besten und zuverlässigsten Freund nach Rat und Hilfe? Und dann noch ein Punkt: Oben ist das Wörtchen (Wo) ganz bewusst in Klammern gesetzt. Wenn ihr es weg lasst heißt die Frage: "Suchst Du Rat?"
Jetzt kannst Du sagen: "Klar suche ich Rat wenn ich nicht mehr weiter weiß, alles andere wäre ja dämlich." Absolut richtig. Doch wie oft haben wir das Gefühl alles im Griff zu haben und allen zu können? Wie oft denken wir das wir Rat gar nicht nötig haben? Schlimmer, wie oft fragen wir gerade unseren himmlischen Vater nicht um Rat weil wir sehr genau wissen, das uns sein rat eben nicht gefallen wird? Vielleicht weil wir spüren und ahnen das uns sein Weg, sein Rat und Hinweis nicht in unseren Plan passen wird?
Ja, das gibt es manchmal. Nicht immer passen uns Gottes Hinweise, nicht immer wollen wir das gleiche wie er für uns will. Doch ehrlicher Glaube, ehrliche Liebe zeigt sich erst dann wenn ich Gott um Rat frage auch wenn ich genau weiß das es mir nicht gefallen wird. Wenn ich seinen Rat befolge obwohl ich persönlich ganz anders entscheiden würde.
Warum sollte ich das tun? Weil unser himmlischer Vater besser als wir weiß, was gut für uns ist. Weil er viel weiter, weil er alles sieht und unseren richtigen Weg bereits kennt während wir noch im Nebel stochern.
Nehme wir das mal in die nächste Woche mit: Fragen wir Gott mehr als bisher um Rat. Und vor allem: nehmen wir seinen Rat an. Gerade wenn er uns auf den ersten Blick nicht gefällt. Auf lange Frist gesehen wird er uns gefallen. Garantiert. |